Das Land, das Projekt und meine Arbeit

ein Auszug aus meinem 2. Bericht an das BMI

Inhalt:

1       Zum Einsatzland. 
1.1         Vorwort. 
1.2         Politisch. 
1.3         Wirtschaftlich. 
1.4         Sozial 
1.5         Umwelt. 
2       Gesamtdarstellung des Projektes. 
2.1         Pfarre. 
2.2         Oratorium. 
2.3         Boys Home. 
2.4         Noviziat. 
2.5         DBTI (Don Bosco Technical Institute).
2.6         Hostels. 
3       Aufgabenbeschreibung. 
3.1         Unterricht. 
3.2         Wartung Volontärs Haus. 
3.3         Wartung Hardware-Lab. 
3.4         Schulserver. 
3.5         Funkverbindung Noviziat – Schule. 
3.6         Ausarbeitung Prüfungsfragen GES Computer Technology. 
3.7         Internetverbindung Schule. 
4       Dienstliche Tätigkeiten während des Berichtszeitraumes. 
5       Zeitliche Inanspruchnahme durch den Dienst.

 

1              Zum Einsatzland

1.1            Vorwort

Die geschilderten Informationen sind Großteils subjektive Eindrücke aus der näheren Umgebung des Projekts. Weitere Quellen sind diverse Gespräche mit Einheimischen und Internet- Zeitungsartikel.

1.2            Politisch

In Ghana gibt es praktisch nur zwei große Parteien: NDC (National Democratic Congress) und NPP (New Patriotic Party). Im Vergleich zu Österreich ist die Korruption viel schlimmer und bringt viel Armut in dieses Land voller großartiger Möglichkeiten. Die Mentalität der meisten Ghanaen ist, in dem System mitzuspielen, um nicht als Verlierer auszusteigen. Wenn man über Politik diskutiert, hört man viel Resignation aber auch Verärgerung über die Politiker heraus.

Am 7. und 8. Dezember wurde in Ghana die Präsidentschaftswahl abgehalten. Erstmals wurde das neue, biometrische Wählerregister verwendet, mit dem doppelte Einträge im Wählerregister verhindert werden können. Die Wahl lief sehr friedlich ab, was für Afrika alles andere als selbstverständlich ist. Die Menschen in Ghana sind generell sehr friedliebend. Am 9. Dezember wurde das Ergebnis bekanntgegeben. Der aktuelle Präsident, John Dramani Mahama (NDC, National Democratic Congress) wurde mit 50,7% wieder für vier Jahre ins Amt gewählt.

Jedoch gab es Proteste seitens der größten Oppositionspartei, NPP, die der Regierungspartei Wahlbetrug vorwirft. Noch liegt kein Ergebnis des Gerichtsverfahrens vor, jedoch ist davon auszugehen, dass nichts nachgewiesen werden konnte.

1.3            Wirtschaftlich

1.3.1             Übersicht

Die wirtschaftliche Situation in Ghana ist regional sehr unterschiedlich. Dabei gibt es einerseits ein starkes Nord- Süd Gefälle, andererseits das Stadt- Land Gefälle. Um den wirtschaftlich und infrastrukturell unterentwickelten Norden zu unterstützen wurden Maßnahmen wie gratis SHS, Straßenbau etc. unternommen. Um dies zu veranschaulichen, möchte ich zwei extrem gegensätzliche Beispiele von Orten in Ghana geben:

1.3.2             Tema, die Hafenstadt neben Accra.

Tema ist ein Beispiel für ein globalisiertes Industriezentrum, wo Güter für ganz Westafrika umgeschlagen werden. Rund um das Hafengelände ist eines der ärmsten Viertel in Accra. Die Menschen leben auf engstem Raum in Blech- und Holzhütten, es gibt weder Kanal noch Fließwasser. Durch Hitze, Fäkalien, Hafen und die Verbrennung von Müll ist die Luft schwer zu atmen und bestimmt nicht gesund. Die einzige Arbeit der die Leute nachgehen können ist Fisch räuchern. Das Geld reicht gerade mal um die Miete zu bezahlen und nicht zu verhungern. Schule kann sich hier kaum jemand leisten. Viele Kinder sind absolut verhaltensauffällig und haben keine Zukunft.

1.3.3             Tainso, ein kleines Dorf, 1.5 Autostunden über eine Schotterstraße vom Projektgelände entfernt.

Tainso ist wie ein abgeschlossener Wirtschaftsraum. Es gibt kaum Güter- und Finanzverkehr über die Grenzen des Dorfes. Die Menschen leben in einfachen Lehmhütten, die mit Stroh gedeckt sind. Diese Bauweise spendet kühlen Schatten. Es gibt keine Elektrizität, kein Fließwasser und kein Handynetz. Die Kinder spielen miteinander, die Mütter kochen am Feuer und die Väter arbeiten am Feld. Jede Familie hat eine kleine Farm, die den Eigenbedarf deckt. Das Klima ist relativ stabil und die Ernte ist gut. Im Dorf gibt es eine katholische Schule, die älteren gehen in Sunyani oder Odumase zur Schule. Wenn man in das Dorf kommt hat man das Gefühl, die Zeit ist 1000 Jahre stehen geblieben. Trotzdem hat man den Eindruck, den Menschen fehlt es an nichts und sie sind glücklich.

An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass es sich bei obiger Beschreibung um absolut subjektive Eindrücke handelt, die vermutlich nicht in jedem abgelegenen Dorf zu jeder Zeit gültig sind.

1.3.4             Schlussfolgerung

Natürlich kann aus diesen beiden Beispielen keine absolute Schlussfolgerung gezogen werden, dennoch kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Menschen in Tainso glücklicher sind. Ich finde, wirtschaftliche Entwicklung im Sinn von Wirtschaftswachstum und westlichem Fortschritt ist nicht immer das Beste für die Menschen ist, unter anderem, da Wirtschaftswachstum oft mit ungerechter Verteilung einhergeht.

Gerechte Verteilung ist aktuell ein großes Thema in Ghana. Die Wirtschaft ist in diesem Jahr wieder im zweistelligen Bereich gewachsen, dennoch ist die Armut im Land gestiegen. Ghana müsste ein reiches Land sein, es gibt Erdöl, Bauxit, Gold, Holz, Kakao, das Land ist fruchtbar und es gibt viel Wasser, um nur einige zu nennen. Da die Technologie zur Gewinnung dieser Ressourcen nicht in ghanaischen Händen ist, setzt die Regierung auf Ausländische Investoren. Auch industrielle Weiterverarbeitung findet mit wenigen Ausnahmen nicht statt, wodurch von dem Schatz nur ein kleiner Teil der Wertschöpfung im Land bleibt. Dieser kleine Teil ist in den Händen von wenigen Politikern und reichen Ghanaen.

Paradoxer Weise ist seit der Entdeckung des Erdöls der Treibstoffpreis signifikant gestiegen, was sich besonders auf Lebensmittelpreise niedergeschlagen hat. Die Löhne hingegen ziehen nur schleppend nach und gleichen die Teuerung bei weitem nicht aus. Dazu kommt dazu, dass die Regierung am 17. März die Treibstoffsubventionen drastisch kürzte. Dadurch sind die Treibstoffpreise auf einen Schlag um 20% und die Preise für Flüssiggas um 50% gestiegen! Die Kürzung der Subventionen wird mit dem Versuch, das Budgetdefizit zu senken, gerechtfertigt. Die Entscheidung fiel kurz nachdem die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Ghanas auf „Schlecht“ runtergestuft hatte.

1.4            Sozial

1.4.1             Übersicht

Durch die wirtschaftlichen Unterschiede und auch geschichtliche Hintergründe gibt es in jüngster Zeit wieder vermehrt Spannungen zwischen Nordghanaen und Südghanaen, besonders den Südghanaen des Ashanti- Königreichs. Der neu gewählte Präsident, John Dramani Mahama (NDC) ist selbst Nordghanae und hatte unter anderem für Friede und Einheit als Themen für den Wahlkampf.

Als Soziale Probleme lassen sich folgende aufführen:

1.4.2             Stadtflucht:

Besonders aus dem Norden, wo das Land weniger fruchtbar ist und das Überleben oft schwierig ist, kommen viele Menschen in Städte wie Sunyani um nach Arbeit zu suchen. Das Überflutet den Arbeitnehmermarkt und verursacht wie oben beschrieben soziale Spannungen.

1.4.3             Medizinische Unterversorgung:

Dieses Problem hat sich durch die Einführung der öffentlichen Krankenversicherung stark gebessert. Für 15GHC pro Jahr bekommt man die wichtigsten Leistungen in den öffentlichen Krankenhäusern von der Versicherung bezahlt. Dennoch ist der Zugang durch unzureichende lokale Verfügbarkeit eingeschränkt. Die Qualität von Diagnose und Behandlung lässt außerdem zu wünschen übrig.

1.4.4             Kinderarbeit:

In Sunyani arbeiten viele Kinder auf der Straße. Junge Mädchen verkaufen gefiltertes Wasser, Jugendliche Straßenkinder arbeiten oft als „Barrow Pusher“. Sie sind Tagelöhner, die hauptsächlich Lebensmittel zum Markt transportieren. Die schweren Lasten werden auf Scheib Truhen transportiert.

1.4.5             Armut und Hunger:

Viele meiner Schüler kommen aus armen Verhältnissen. Für sie ist es schwierig die vergleichsweise niedrigen School Fees zu bezahlen und oft verzichten sie zu Mittag auf das Essen, was die Konzentraton am Nachmittag gegen null konvergieren lässt.

1.4.6             Land-grabbing

Landgrabbing ist das Aufkaufen großer Flächen fruchtbaren Landes durch ausländische Investoren. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um von Einheimischen genutztes Land. Durch das Aufkaufen durch Großgrundbesitzer wird den Menschen ihre Lebensgrundlage entzogen. Obwohl es Gesetze gibt, die es Ausländern verbieten, Land zu kaufen, ist es durch korrupte Politiker und Strohmänner möglich.

1.4.7             illegales Goldschürfen

Die chinesische Regierung unterstützt Ghana in großen Maßen durch Infrastrukturprojekte und großzügige Kredite. Im Gegenzug sichern sich die Chinesen Rohstoffe. Goldschürfen ist in Ghana streng reglementiert und illegales Goldschürfen unter hohe Strafe gestellt. Dennoch wird es von der Polizei toleriert, wenn Chinesen illegal Gold abbauen und durch die rücksichtslosen Methoden das Land verseuchen. Vor wenigen Monaten gab es bei einem Aufstand von jungen Ghanaen eine Schießerei, bei der ein Chinese erschossen wurde.

1.4.8             Gewalt und Kriminalität

Die Menschen sind unglaublich Stolz auf den Frieden im Land. Im oben genannten Beispiel ist trotzdem die Wut der Jugend ersichtlich. Einer Jugend, die sich von Ausländern bestohlen und von Politikern betrogen fühlt.

1.5            Umwelt

Ein Aspekt der einem als Österreicher krass erscheint ist die Umweltbelastung.

Oft ist es sehr traurig, zu sehen, wie stark das Land verschmutzt ist. Hauptfaktor ist dabei der Verkehr und die Plastiksackerl, die täglich zu Millionen über die Markttische wandern und später überall weggeworfen werden, oder neben der Straße verbrannt werden. Dazu kommt noch der Staub und in den Städten der Geruch von Fäkalien. So ist die Luft oft schwer zu atmen. Da erkennt man den Wert, den saubere Umwelt und saubere Luft haben. Man kann nur hoffen, dass mit voranschreitender Entwicklung dieses Thema auch in Ghana ernst genommen wird und konkrete Schritte unternommen werden.

2              Gesamtdarstellung des Projektes

Das Projekt wird zur Gänze von der in Odumase lebenden salesianischen Gemeinschaft geleitet und organisiert. Seit 1993 gibt es eine ununterbrochene salesianische Präsenz, die sich in mehrere Teilprojekte gliedert:

  • Pfarre
  • Oratorium
  • Boys Home
  • Noviziat
  • DBTI (Don Bosco Technical Institute)
  • Hostels

2.1            Pfarre

Die Pfarre in Odumase stellt den ältesten Teil des Projektes dar. Seit dem Beginn des Projekts werden in Odumase katholische Gottesdienste abgehalten. Im Jahr 2004 wurde mit dem Bau einer großen Kirche begonnen, welche 2006 unter dem Namen „Mary Help of Christians Catholic Church Odumase“ feierlich eröffnet wurde. In der Pfarre wird auch ein Oratorium für die Kinder von Odumase veranstaltet, welches jeden Tag stattfindet.

2.2            Oratorium

Das Oratorium ist der zentrale Baustein in der Pädagogik Don Boscos. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche trotz schwierigem Hintergrund zu aufrechten Menschen und guten Christen heranreifen zu lassen. Das Oratorium besteht aus drei Elementen: beten, lernen, spielen. Ins Oratorium in Odumase kommen täglich etwa 150 bis 200 Kinder und Jugendliche verschiedener Konfessionen im Alter von 5 bis 16 Jahren. Neben einem Gebäude mit Klassenräumen gibt es eine Halle für Gottesdienste, zum Spielen und Tanzen, einen Volleyballplatz, einen Fußballplatz und einen Basketballplatz. Außerdem bekommen die Kinder ein- oder zweimal in der Woche etwas zu essen. Das Oratiorium wird von den Salesianern Don Boscos geleitet und von einigen einheimischen Mitarbeitern und ausländischen Volontären geführt.

Neben dem Oratorium in Odumase werden von den Salesianern in Sunyani sieben weitere Oratorien gleitet. Diese sind jedoch nur am Wochenende geöffnet.

2.2.1             Aktulle Entwicklung

Mein Volontärskollege hat nun mit Spenden einen Computerraum aufgebaut, in dem gratis Computerkurse für die Kinder, die regelmäßig kommen, angeboten werden. Um eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen, werden auch Abendkurse für Erwachsene angeboten. Die idee ist, dadurch eine kontinuierliche Einnahmequelle zu schaffen. Dadurch sollte sich das Oratory zumindest zum teil selbst finanzieren um von Spenden weniger abhängig zu sein.

2.3            Boys Home

2.3.1             Übersicht

Das Boys Home gehört zwar nicht geographisch, doch logistisch zum Projekt. Es hat einen eigenen Campus am Stadtrand von Sunyani und ist mit dem Ziel aufgebaut worden, Waisenkindern eine neue Heimat und ein strukturiertes Leben bieten zu können. Zurzeit leben ca. 20 Kinder und Jugendliche im Boys Home. Die „Boys“ gehen in die Schule und werden in der Freizeit Zeit im Boys Home betreut. Die Salesianer bezahlen ihre school fees bis SHS Level. Der Verantwortliche von Seiten der Salesianer ist Brother Edmund. Neben der normalen Betreuung der Jungen wird jeden Sonntag ein „Oratorium“ für alle Kinder und Jugendlichen aus unmittelbarer Umgebung (das Boys Home befindet sich in der ärmsten Region Sunyanis) angeboten, bei dem verschiedenste Spiele und Aktivitäten durchgeführt werden.

2.3.2             Aktuelle Entwicklung

Derzeit ist ein neues Boys Home in Bau. Das Gebäude wird am weitläufigen Projektgelände des DBTI errichtet und derzeit wird das Dach gedeckt. Ein Grund für den Umzug ist, dass sich der zuständige Salesianer besser um die Jungen kümmern kann und immer erreichbar ist. Außerdem ist geplant, die Jungen dazu zu animieren, das DBTI zu besuchen. Das Problem bei der SHS Ausbildung ist einerseits sehr hohe School Fees und andererseits die tertiäre Ausbildung die im Anschluss erforderlich ist, für die Boys aber nicht Leist bar ist.

2.4            Noviziat

Das Noviziat der Salesianer für West Afrika befindet sich seit einigen Jahren direkt neben dem Schulcampus. Hier werden rund 10 Novizen, also angehende Salesianer, ausgebildet. Die Novizen sind ein wichtiger Teil unserer Gemeinschaft, außerdem werden sie von einem meiner Zivildienerkollegen in Datenverarbeitung unterrichtet. Ein weiterer, das Noviziat betreffender, Punkt ist die Internetverbindung, die im Noviziat über Satellitentechnik aufgebaut wurde.

2.5            DBTI (Don Bosco Technical Institute)

2.5.1             Übersicht

Das DBTI ist eine technische Schule, wo Schüler in fünf verschiedenen Fachrichtungen theoretisches und praktisches Wissen, Allgemeinbildung und menschliche Kenntnisse vermittelt werden. Derzeit werden ca. 350 Schüler von etwa 50 Lehrern unterrichtet. Die fünf Abteilungen sind:

  • Building Technology (Bautechnik)
  • Creative Art Technology (Graphik und Design)
  • Secreterial Studies (Datenverarbeitung und Büroarbeit)
  • General Agric (Landwirtschaft)
  • Computer Technology (Computertechnik)

Die Stärke der Schule ist die gute Ausstattung, besonders was Computer anbelangt. Im DBTI gibt es 60 Computer in 2 Computerräumen. So ist es möglich, dass jeder Schüler vor einem Computer sitzt, anders als in anderen Schulen in Ghana, wo sich 5 Schüler einen Computer teilen.

2.5.2             Aktuelle Entwicklung

Dis Schule wurde von den Salesianern gegründet. Vor etwa einem Jahr wurde das DBTI von der ghanaischen Regierung übernommen und in das Zertifikatsystem der Regierung eingegliedert. Nun werden Lehrergehälter und Unterrichtsmaterial von der Regierung bezahlt. Die Leitung der Schule obliegt jedoch weiterhin den Salesianen.

Die Eingliederung ins Zertifikatsystem der Regierung bringt jedoch weitere, weitreichende Änderungen. Um diese besser zu verstehen, möchte ich vorher kurz das Ghanaische Schulsystem vorstellen:

  • KG (Kindergarden)                  Alter: 3-6 Jahre                       Dauer: bis 3 Jahre
  • P (Primary)                                Alter: 6-12                                Dauer: 6 Jahre
  • JHS (Junior High School)      Alter: 12-15                              Dauer: 3 Jahre
  • SHS (Senior High School)      Alter: 15-18                              Dauer: 3 Jahre
  • Polytechnics / University       Alter: 18+

In den vergangenen Jahren hat das DBTI nur Schüler mit SHS Abschluss aufgenommen. Somit war die Allgemeinbildung kein Schwerpunkt und es wurden auch keine Regierungszertifikate geschrieben. Viele Schüler haben jedoch oft aus finanziellen Gründen keinen SHS Abschluss, weshalb jetzt Schüler ab JHS aufgenommen werden. Somit steht das DBTI als neuer Schultyp neben der SHS. Ähnlich wie eine HTL in Österreich bietet das DBTI Allgemeinbildung und somit Zugang zu tertiären Instituten als auch fundierte technische Ausbildung um in den Job Markt einzusteigen.

Dieser Schultyp ist in Ghana jedoch neu und es gibt noch keine passenden Zertifikate dafür. Um dieses Problem zu lösen arbeitet das GES (Ghana Education Service) technical unit eng mit der Schule und unter anderem auch mit uns Volontären zusammen um angepasste Lehrpläne und Prüfungen zu erstellen. Ziel ist es, ein sowohl von tertiären Instituten, als auch im Job Markt anerkanntes Zertifikat zu schaffen. Die Dauer ist somit für alle Fachrichtungen 3 Jahre und der Abschluss soll dem einer SHS ebenbürtig sein, nur zusätzlich den technischen Aspekt inkludieren.

In nur drei Jahren gute Allgemeinbildung und fundiertes technisches Wissen auf hohem Niveau zu vermitteln, ist meiner Meinung nach ein unmögliches Ziel, wenn man bedenkt dass in Österreich eine HTL fünf Jahre dauert.

2.6            Hostels

Unsere Schüler kommen aus den verschiedensten Regionen des Landes und vereinzelt sogar aus Nachbarländern, wie Togo. Da es für viele Schüler aufgrund der Entfernung nicht möglich ist, bei ihren Familien zu leben, gibt es für die Jungen das „Boys Hostel“ und für die Mädchen das „Girls Hostel“. Das „Boys Hostel“ liegt direkt am Schulcampus und bietet zurzeit über 150 Schülern eine Unterkunft. Das Girls Hostel liegt etwas außerhalb in Odumase. Der Tagesablauf in beiden Häusern ist auf die Schule abgestimmt. Nach der Schule gibt es ein Sportangebot, danach kochen sich die Schüler selbst ihr Abendessen und nach dem Essen gibt es dann noch die „Studytime“. Der neu angeschaffte Schulbus soll die Verbindung zwischen dem „Girls Hostel“ und der Schule verbessern um auch den Schülerinnen während der Studytime Zugang zu den Computerräumen zu ermöglichen.

3              Aufgabenbeschreibung

3.1            Unterricht

Meine Hauptaufgabe ist der Unterricht von Schülern in EDV- Hardware, Netzwerktechnik, Elektronik und Programmieren. Die Klassen sind mit ca. 25 Schülern verhältnismäßig klein und überraschend angenehm zu unterrichten. Meine Schüler sind zwischen 15 und 30 Jahre alt. Nach Abschluss der Ausbildung schreiben die Schüler ein Zertifikat von der Regierung, mit dem sie gute Chancen am Job Markt haben.

Mein Ziel ist es, neben dem theoriewissen für das Zertifikat, das oft wenig praktischen Wert hat, möglichst viele Praktische Fähigkeiten und ein allgemeines technisches Verständnis zu vermitteln.

Deshalb versuche ich, mit den Schülern möglichst viele Praxiseinheiten zu machen. Dafür gibt es einen eigenen Raum, das Hardware-Lab. Hier werden Computer zerlegt und zusammengebaut, Betriebssysteme installiert und Netzwerke aufgebaut und neuerdings auch gelötet.

Aufgrund der schlecht gewarteten Infrastruktur (im Besonderen Hardwarelab) und den bürokratischen Hürden bei der Materialbeschaffung konnte ich dieses Ziel nicht ausreichend umsetzen.

3.2            Wartung Volontärs Haus

Dazu gehören kleine Reparaturarbeiten an Strom- und Wasserinstallation, Reparaturen am Dach, ausmalen von Räumen, regelmäßiges Reinigen der Räume und Wartung der Computer und des Netzwerkes.

3.3            Wartung Hardware-Lab

Durch das neue Fach Elektronik werden an das Lab neue Anforderungen gestellt. Gerade bin ich dabei, gemeinsam mit dem Netzwerkadministrator und einem Lehrerkollegen die vorhandene Infrastruktur zu verbessern und zu erweitern. Konkret wurden neue Werkzeuge gekauft, die Ausrichtung der Möbel wurde geändert und die Verkabelung wird gerade neu gemacht. Ursprünglich war geplant, dass alles im Februar fertig wird, jedoch gab es jede Menge Verzögerungen. Seit die Schule von der Regierung unterstützt wird, werden solche Ausgaben vom Ministerium bezahlt, nur liegen hier einige bürokratische Steine im Weg und die Kooperation mit dem Direktor ist nicht immer einfach und benötigte Mittel werden nicht oder nur sehr verzögert zur Verfügung gestellt.

3.4            Schulserver

Vor einigen Jahren wurde ein professioneller Server gesponsert, der jedoch defekte Netzteile hatte. Da der Server sehr Spezielle Ersatzteile benötigt, die in Ghana nicht erhältlich sind, war er lange nicht im Einsatz. Nachdem ich die benötigten Teile durch die großzügige Spende eines Bekannten organisieren konnte, sollte der Server schritt für schritt wieder in Betrieb genommen werden. Neben Serverdiensten für das Schulnetzwerk ist geplant, den Server zu demonstrationszwecken und zur virtualisierung von Testservern für praktische Übungen zu verwenden.

Aktuell wurde mit der Inbetriebnahme noch nicht begonnen, weil noch keine UPS Batterien zur Verfügung gestellt wurden.

3.5            Funkverbindung Noviziat – Schule

Die Schule bezieht über ein Funksystem den Satelliteninternetzugang im Noviziat. Diese Funkverbindung hat technische Probleme und in den vergangenen Monaten hab ich viel Zeit damit verbracht, gemeinsam mit dem italienischen Kundenservice die Verbindung wider aufzustellen. Aufgrund Zeitmangel und Probleme mit dem Equipment konnte die Verbindung bis jetzt noch nicht hergestellt werden.

3.6            Ausarbeitung Prüfungsfragen GES Computer Technology

Wie unter 7.5.2 erläutert, wird aktuell ein neues Zertifikat ausgearbeitet. Schon werde die ersten Prüfungen stattfinden. Um schnell Prüfungsfragen zu erhalten. Zu diesem Zweck waren im Dezember zwei Herrn vom Bildungsministerium bei uns, damit wir Prüfungsfragen für die neuen Zertifikate ausarbeiten. Das war nicht gerade einfach, da wir Volontäre einen schlechten Überblick über das Fachgebiet haben und außerdem kein Lehrplan vorhanden war.

Der Lehrplan sollte im späteren Verlauf in Anlehnung an bestehende Lehrpläne ausgearbeitet werden.

3.7            Internetverbindung Schule

Da die Internetanbindung im Noviziat aufgrund der langsamen Geschwindigkeit nie zufriedenstellend war, ist die Schule auf der Suche nach einer neuen Internetlösung. Auch Ich war involviert, verschiedene Technische Möglichkeiten auszuloten und Angebote einzuholen. Aufgrund der abgelegenen Lage der Schule ist es nicht einfach ein Telefonkabel zu legen, über das das Internet bezogen werden kann. Ein Angebot mit Richtfunk war leider für die Schule unleistbar, deshalb entschieden wir, eine Testphase für Internet über das Handynetz zu starten. Zu Beginn des dritten Terms sollte dann das Internet funktionieren und den Schülern zur Verfügung stehen.

4              Dienstliche Tätigkeiten während des Berichtszeitraumes

  • Unterrichtsvorbereitung
  • Unterricht im EDV- Bereich
  • Nachhilfe
  • Unterricht von Lehrern
  • Beaufsichtigung der Schüler bei diversen Veranstaltungen
  • Wartung des Computernetzwerkes und der Computer des Projekts
  • Mithlife bei der Pflege und Instandhaltung der Anlage, insbesondere der Unterkunft der Volontäre und deren Umgebung
  • Administrative Tätigkeiten wie Projektdokumentation, Öffentlichkeitsarbeit und Berichte, Einkauf von Unterrichtsmaterial, Teilnahme an Besprechungen

5              Zeitliche Inanspruchnahme durch den Dienst

Aufstellung der zeitlichen Inanspruchnahme durch den Dienst

  • 10 Stunden Unterrichtsvorbereitung
    Materialsichtung, Aufbereiten von Unterlagen, Planen des Unterrichts, Tests vorbereiten und korrigieren
  • 13,5 Stunden Unterricht im EDV- Bereich
    18 Einheiten zu je 45 Minuten, davon fallen:
    8 Einheiten auf das Fach Hardware mit der Klasse CT2
    2 Einheiten auf das Fach Electronics mit der Klasse CT2
    4 Einheiten auf das Fach Programming mit der Klasse CT2
    2 Einheiten auf das Fach Electronics mit der Klasse CT1
    2 Einheiten auf das Fach Programming mit der Klasse CT1
  • 1 Stunde Study Time
    in der Study Time werden SchülerInnen beim Lernen beaufsichtigt und
    unterstützt
  • 1 Stunden Beaufsichtigung der Schüler bei diversen Veranstaltungen
    Beaufsichtigung der Schüler während Sportveranstaltungen und Morgenversammlung
  • 6 Stunden Wartung des Computernetzwerkes und der Computer des Projekts
    Wartung und Konfiguration eines Richtfunksystems, Unterstützung des Netzwerkadministrators bei seiner Arbeit, Wartung der Computer von Lehrern.
  • 7 Stunden Mithlife bei der Pflege und Instandhaltung der Anlage, insbesondere der Unterkunft der Volontäre und deren Umgebung
    Wartung der technischen Geräte im Haushalt, Reinigen der Umgebung, Mähen des Grases und Freimachen von verwachsenen Flächen
  • 10 Stunden administrative Tätigkeiten
    Projektdokumentation, Öffentlichkeitsarbeit und Berichte, Einkauf von Unterrichtsmaterial, Teilnahme an Besprechungen
  • 48.5 Stunden
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